Das Wetter ist heute laut Vorhersage noch sonnig. Also frühstücken wir ordentlich im Hotel. Es gibt ein sehr großes Buffet mit westlichen und koreanischen Frühstückszutaten, wie beispielsweise gebratene Nudeln, Tofu, Bulgogi (geschmortes Schwein- oder Rindfleisch) und verschiedene Suppen.
Dann schnüren wir die Wanderschuhe. Sokcho ist der Hauptausgangspunkt für Ausflüge in den Seoraksan Nationalpark (설악산국립공원). Es ist ein UNESCO Biosphärenreservat und erstreckt sich mit seinen bis zu 1700m hohen Felsformationen, Wasserfällen und buddhistischen Tempeln auf knapp 400 km2. Idealerweise erkundigt man sich vorab, ob Wege gesperrt sind. Die Wegesperrungen werden zum Schutz und zur Regeneration der Natur wechselweise durchgeführt. Ein Highlight ist die Wanderung zum Ulsanbawi Felsen, und genau dorthin soll es heute für uns gehen.
Mit dem Auto benötigt man ungefähr 20 Minuten von der Lagune bis zum Haupteingang. Auf dem Weg passiert man bereits zwei größere Parkplätze und wieder eine Menge leerstehender ehemaliger Hotels und Restaurants. Auf dem letzten Parkplatz ist schon viel los. 6.000 Won (3,30 EUR) kostet das Parkticket und es ist gleichzeitig der Parkeintritt. Dafür parken wir buchstäblich in erster Reihe: vor uns werden noch zwei Reihen Autos durch die Einweiser platziert. Anscheinend lassen diese Reihen ihre Autoschlüssel bei den Parkplatzmitarbeitern, damit später beim Ausparken niemand blockiert wird (wie Valet Parking).

Wir marschieren los. Vorbei an zwei Restaurants, in denen noch koreanisch deftig gefrühstückt wird und einem großen Buddha nebst Verkaufsladen für Opfergaben (Reis und ähnliches). Man kann auch Dachschindeln erstehen, auf die man seine Wünsche, Sorgen oder Danksagungen schreibt. Die Ziegel werden dann wahrscheinlich Teil eines Tempeldaches, damit die Wünsche mit jedem Gebet, das im Tempel gesprochen wird und mit jedem Sonnenstrahl, der auf das Dach fällt, manifestiert werden.




Weiter geht es sanft und gut ausgebaut bergauf an noch mehr Tempeln vorbei bis zum Abzweig Richtung Heundeilbawi Rock (dem Wackelfelsen). Den erreichen wir noch entspannt. Auf dem Weg sehen wir ein paar chinesische Korkeichen. Aber auffallend wenige Insekten generell.





Der „Wackelfelsen“ ist ein 35 Tonnen Koloss, der sich zwar vereint bewegen, aber nicht umkippen lässt.
Auf dem Boden und in eine Felsenwand haben sich hier Menschen verewigt (lange, bevor man angefangen hat, Spraydosen und Kugelschreiber zu verwenden).





Von hier geht es nun „nur“ noch rund 2km hinauf bis zu den Aussichtspunkten des Ulsanbawi. Aber die haben es in sich, denn auf die Strecke sind 600 Höhenmeter zu bewältigen.
Wir marschieren weiter (den Tempel beim Wackelfelsen schauen wir später auf dem Rückweg an) durch den angenehm schattigen Nadelwald und bald geht es spürbar steiler bergauf auf einem schmalen Wanderweg, der mit Natursteinen ausgebaut ist.
Wir sind begeistert, dass schon nach kurzer Zeit ein Aussichtspunkt auf einem Felsenvorsprung schöne Fotomotive bietet und etwas ehrfürchtig beim Anblick dessen, was wir noch bis oben erklimmen müssen.




Dann beginnen bereits die steilen Treppenabschnitte in die Höhe. Zunächst zahm und dann teilweise abenteuerlich und luftig an die Felsen geflanscht. Das geht ganz schön in die Beine und nach unten schaut SB auch teilweise nicht mehr.






So schrauben wir uns nach oben. Dank der Nebensaison ist auch nicht viel los. In der Hauptsaison kann hier auch schonmal Stau herrschen. Immer wieder gibt es tolle Weitblicke in den Nationalpark.
Endlich oben angekommen erwarten uns drei Aussichtsplattformen auf Felsvorsprüngen. Wir knippsen was das Zeugs hält und machen uns wieder auf den steilen Weg mach unten.







Schon fast unten angekommen kreuzt ein niedliches Streifenhörnchen (schon das dritte heute!) unseren Weg.


Wir kehren auf einen Eistee ein Kürbis „Bingsu“ und Kaffee in einem netten Kaffe ein, rasten etwas und treten dann den Rückweg ins Hotel an.




Nach einem Erschöpfungsschläfchen ziehen wir nochmal los und kaufen einen Kleinkramgeschäft leer und holen uns mal wieder Streetfood (Kimchi Mandus).



