Drei Paläste und ein Hanok

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Es ist Samstag und in unserem Viertel sind die Gehsteige hochgeklappt. Kaffee kann SL dennoch organisieren und wir planen die Tagestour.

Bei strahlendem Sonnenschein und heißer Luft wollen wir ein paar der Paläste erkunden. Zu Fuß gehen wir stramm zum ersten Ziel: Gyeongbokgung 경복궁 – der größte und älteste der fünf teilrekonstruierten Paläste der Joseon Dynastie in Seouls Downtown. Mit einer Kombikarte kann man vier Paläste und einen Schrein besuchen. Das schafft man jedoch nicht an einem Tag. Wir eilen zum Heungnyemun Gate 경복궁 흥례문, denn dort findet eine kostenlose Führung (auf Englisch) durch den Palast statt. Die sympathische Führerin macht der koreanischen „palli-palli“ (schnell schnell!) Devise alle Ehre und galoppiert mit uns professionell die Highlights ab.

Es ist weniger voll, als wir befürchtet haben. Und man sieht so viele Frauen und Männer in Hanboks, wie wir erwartet haben. Hanbok sind die traditionelle koreanischen Gewänder. Leiht man sich eines aus, so hat man freien Eintritt. Außerdem lässt man sich gerne mit so einem Gewand vor der historischen Kulisse fotografieren.

Auf dem großen Areal aus dem 14. Jahrhundert befanden sich einst 500 Gebäude der kaiserlichen Regierung. Durch japanische Invasion im 14. Jahrhundert und Annexion Anfang des 20. Jahrhunderts wurde ein Großteil zerstört und in Teilen Ende der 1990er Jahre wieder aufgebaut.


Beim National Korean Folk Museum finden wir die unser Tierkreiszeichen. SL ist ein Schwein und SB ein Hase.

Wir ziehen weiter Richtung zweier weiterer Paläste und nehmen auf dem Weg (zu Fuß) noch ein bekanntes Hanok Vilkage mit: Bukchon Hanok Village 북촌 한옥마을. Die Ansammlung alter Hanok Häuschen ist tatsächlich ein Wohngebiet. Der Ansturm der Touristen treibt merkwürdige Blüten: es stehen Aufpasser in „Sheriff“ Uniform an den Kreuzungen. Sie tragen Schilder, man möge leise sein und sie überwachen die Sperrzeiten des Hanoks. Uns war das eher unangenehm. Der Mentalität geschuldet werden Touristen dann nicht direkt angesprochen, sondern man versucht mit lautem Räuspern oder Gesten (ohne direkten Kontakt mit der Person) für Ruhe zu sorgen.

Schnell haben wir genug und ziehen weiter zum Palast Changdeokgung 창덕궁. Der Palast stammt aus dem 15. Jahrhundert und bietet originale Architektur aus der Joseon-Zeit.

Nach weiteren Gehminuten gelangen wir zum Palast Changgyeonggung Palace 창경궁. Ebenfalls ein Nebenpalast aus dem 15. Jahrhundert. Die japanischen Besatzer brachten dort einen Zoo und einen botanischen Garten unter. Beides ist nun wieder rückgängig gemacht.

Nach knapp 10km Rumgelaufe ist es auch schon früher Abend. Wir nehmen einen der Busse Richtung Hotel. Der Verkehr ist der Wahnsinn.

Wir wollen noch zu Abendessen und suchen uns ein kleines Restaurant aus. Es ist bekannt für eine Suppe mit handgezupften Teigeinlagen. Wir bestellen wie hier oft in einfachen Restaurants üblich am Bildschirm direkt am Tisch. Die nette Bedienung schmeißt den Laden alleine und ist auf Zack. Es gibt für uns besagte Suppe, Mandus (Teigtaschen mit Fleischfüllung), flache Mandus, Perilla Pancakes und Green Pepper Pancakes. Dazu ein koreanische Bier und koreanischen Reiswein. Scharfer Kimchi und Rettich dürfen nicht fehlen.

Das Essen ist reichlich und sehr lecker!