Der Tag startet erstmal wieder mit einem Americano und Cappuccino vom Coffee Shop.

Wir wollten eigentlich per Bus und Bahn Korea erkunden. Kurzfristig haben wir uns umentschieden und bei Lotte Car Rental einen Wagen gebucht. Der internationale Führerschein war im Gepäck, also alles kein Problem.
Kleiner Exkurs zu Lotte: Die Unternehmensgruppe wurde 1948 gegründet. Der koreanischen Gründer Shin Kyuk-Ho war so begeistert von J.W. von Goethe, dass er sein in Tokyo gegründetes Unternehmen „Lotte“ nach der Charlotte aus „Die Leiden des jungen Werthers“ benannt hat. Die Lotte Gruppe ist mit zigtausend Mitarbeitenden in allen möglichen Bereichen tätigt: Nahrungs- und Getränke Industrie, Elektroindustrie, Handel, Tourismus und Reise, Kosmetik, Chemie, Bauindustrie, IT Dienstleistung, Finanzdienstleistung, … In Korea kommt man an Lotte nicht vorbei.
Der junge Mann übergibt uns das Auto gewissenhaft und erklärt wirklich alles. Mit im Auto: Wasser, Feuchttücher und eine Auswahl der Lotte Kosmetikprodukte.
Dann geht es aber endlich auf die Straße. Hochhauskomplex reiht sich an Hochhauskomplex bei dichtem Verkehr bis wir endlich aus der Metropolregion draußen sind.

Wir haben keinen Hi-Pass für die Maut gekauft und ziehen sowieso die kleinen Straßen vor. Die „Nebenstraße“ entpuppt sich auch als zweispurige Straße. Aber der Verkehr nimmt deutlich ab. Es wird auch endlich grüner. Die sanften Hügel sind bewaldet. Ab und an liegen entlang des Weges vereinzelt Reisfelder.


Das moderne Ambiente wird durch eine gewisse Ursprünglichkeit abgelöst. Es ist teilweise deutlich Leerstand der Geschäftsgebäude und ehemaligen Raststätten sichtbar. Außerhalb Seouls liegt die Leerstandsquote angeblich bei 13%.
Auf der Straße 6 und 44 geht es Richtung Inje 인제군 in der Region Gangwon-do 강원특별자치도.
An einer kleinen Raststätte halten wir. Wie überall bisher sind auch hier die sanitären Anlagen einwandfrei. Es riecht nirgends unangenehm! Und guten Kaffee gibt es ebenfalls überall.


Es geht weiter den Bukcheon entlang und dann auf die 46. Um einen Tunnel auf der 56 zu umfahren biegen wir ab auf eine noch kleinere Straße. Eine schöne Passstraße erwartet uns durch sattes Grün und ziemlich Nahe an der Grenze zu Nordkorea. Passabwärts beginnt der Endspurt nach Sokcho ins Seacruise Hotel.






Sokcho hat angeblich „nur“ 80.000 Einwohner. Beim Anblick der Hochhauskomplexe können wir das kaum glauben. Wir checken ein – Zimmer im 12. Stock mit Blick auf die Lagune Cheongchoho 청초호.
Der Nachmittag hat gerade erst begonnen, wir sind nicht müde und so geht es los zum „Sokcho Touristic Fish Market“. Auf dem Weg dorthin sehen wir zu SLs Begeisterung insgesamt drei Twizy, mit dem einen in Seoul also schon vier. Soviele wie in einem Jahr zu Hause 😉.

Auf dem Markt tummeln sich hauptsächlich koreanische Touristen zwischen den unzähligen Essensständen draußen und drinnen bei den lebenden Meeresgetieren.








Sandras Taucherherz blutet mal wieder beim Anblick der in Aquarien zusammengepferchten Krabben und Kalmare. Tierwohl sieht anders aus.

Wir suchen uns vegetarische Kost. Da bleibt nicht viel an Auswahl… Gamjajeon (koreanische Kartoffelpuffer) werden an einem Stand frisch zubereitet. Auch die Kartoffeln werden dort frisch geraspelt. Also probieren wir eine Portion.

Danach wagen wir uns tiefer in den Fischmarkt, auch unterirdisch. Direkt neben den unzähligen Becken mit dem lebenden Fischen, Krabben, Seegurken, Schnecken und Muscheln stehen einfache Tische und Stühle. Man bekommt den Fisch dort direkt ausgenommen und per Gaskocher auf dem Tisch zubereitet.


Etwas deprimiert gehen wir wieder mach draußen und peilen den Hafen an. So richtig ansehnlich ist Sokcho hier nicht, aber das wussten wir im Voraus.
Am Hafen gibt es eine kleine „Zeltstadt“ mit lauter kleinen Restaurants die ebenfalls fangfrisch Meeresgetier zubereiten in improvisierten Küchen.



Auf dem Weg zurück nehmen wir (wieder auf dem Markt) noch eine Portion Kartoffelbrot mit. Das sind mehr oder weniger kleine Kartoffelklöße mit ein wenig Salz oben drauf.




Die Aussicht aus dem 12. Stock ist auch nachts beeindruckend! Und mit diesen letzten Ausblicken ist auch schon Nachtruhe angesagt.



