Montags haben die Museen geschlossen. Das macht aber nichts, denn wir wollen uns heute treiben lassen.
Das erste Ziel mit der U-Bahn ist das Dongdaemun Design Plaza (DDP).
Das DDP wurde 2009 von der britisch-irakischen Architektin Zaha Hadid entworfen und 2014 eingeweiht. Der große Komplex umfasst ein Museum mit Ausstellungshallen, die man über breite Rampen erlaufen kann, ein Design Lab mit Showrooms für Produktpräsentationen wechselnder Firmen und eine archäologische Ausgrabungsstätte. Organische Formen und der Eindruck des Schwebens der Konstruktion lassen dieses Gebäude wie ein UFO inmitten von Seoul wirken. Es werden geführte Touren über das begrünte Dach (man wird angeseilt) und Architekturtouren angeboten. Die Ausstellungen selber sind bis auf Ausnahmen kostenfrei.









Wir schlendern unterirdisch durch einen Food Court weiter Richtung Dongdaemun Market. Es handelt sich hier um einen ganzen Shopping Bereich, der angeblich 30.000 Shops aufweist. Zum Teil in der DDM Mall (hauptsächlich für Wiederverkäufer) und zum Teil außerhalb in kleinen verwinkelten Gassen und auch in einigen modernen Shopping Zentren. In der DDM Mall und darum herum stapeln sich die Textilballen bis zur Decke. alles was man benötigt, um Kleidung herzustellen findet man hier – vom Zwirn bis zum Knopf. Auch Handtücher und Bettwäsche. Die modernen Malls haben westliche Marken im Angebot und haben den Endkunden als Zielgruppe. Dort riecht es auch nicht so überwältigend nach Mottenkugeln wie im Textilienmarkt. Essen darf nicht fehlen. Fisch und Oktopus werden in den engen Gassen auf kleinen Grills frisch zubereitet.




Kurz darauf sind wieder ein paar kleine Werkstätten und Handwerksbedarf zu entdecken. Dann ein Bereich mit Outdoorausrüstung. Uns überrascht, dass hier anscheinend Markenbewusstsein Einzug hält. Es gibt ein Mammut und einen Odlo Geschäft – mitten im Markt-Chaos.

Fast nahtlos geht dieser Marktbereich über in den Gwangjang Food Market. Wir lassen uns beim ersten ansehnlichen Essensstand nieder. Es gibt Chopped Noodles, Flat Mandu und Mandu… und natürlich Kimchi. Die Nudeln werden vor Ort frisch gemacht und geschnitten. Es schmeckt alles lecker! Vegetarier haben es wirklich schwer in Korea – noch wollen wir die Unmengen an Schweine- und Rindfleisch meiden, die normalerweise zu jedem Essen dazu gehören.






Ein weiterer Marktdistrikt steht auf dem Plan: Bangsan auf der südlichen Seite des Cheonggyecheon Kanals. Aber zunächst entdeckt SB die Abebe Bakery. Und wir probieren ein „cream bread“ mit Erdbeerfüllung.





Endlich erhaschen wir draußen einen Blick auf einen der selbstfahrenden E-Busse, die den Cheonggyecheon auf und an fahren. Dann geht es zum Bangsan Markt. Wir sind wie bereits auf dem Dongdaemun Markt so ziemlich die einzigen „Langnasen“ weit und breit. Der Bangsan Markt ist spezialisiert auf Papier, Druck und Verpackung. Im kleinsten Laden stehen auch mal große Maschinen… und drei Zapfsäulen in einem kleinen Eckhaus.






Wir wollen noch nach Gangnam und nehmen die U-Bahn. Sauber und pünktlich geht es zu, sowohl in der Bahn, als auch auf den Bahnhöfen. In der Bahn geht man sich visuell aus dem Weg. Jeder schaut abwesend aufs Handy.




An der Station Samseong steigen wir aus. Sie liegt direkt am COEX Complex, der die größte unterirdische Mall beheimatet. Außerdem ist dort – Instagram sei Dank – ein touristisches Highlight: die Starfield Library. Durch Bilder von Influencern gehyped steht man sich dort auf den Füßen, um ebenfalls ein tolles Foto der mehrere Meter hohen Bücherregale zu erhaschen.




Wir marschieren die Gänge entlang. Die Mall ist groß, aber nicht außergewöhnlich, was die Marken anbelangt.
Wieder draußen schießen wir noch schnell ein Bild der „Gangnam Style“ Skulptur, die dem gleichnamigen Song aus dem Jahr 2012 des K-Pop Rappers Psy gewidmet ist.

Langsam wird es dunkel und wir flanieren noch kurz entlang der Teheran-Ro durch Gangnam, nehmen dann den Bus und sind nach ca. 50 Minuten wieder am Midcity Hotel Meyongdong.


Gute Nacht, Seoul!

