Korean War Memorial Museum und Myeongdong

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Die DMZ (demilitarisierte Zone) an der Grenze zu Nordkorea lassen wir bewusst aus. Das Museum War Memorial of Korea jedoch besuchen wir heute.

Mit der T-Money Card und der Naver Map App (Google Maps funktioniert in Korea nicht wirklich, man will nicht abhängig sein vom amerikanischen Tech-Giganten) ist das Benutzen der Busse und U-Bahnen wirklich einfach. Wir nehmen also einen der zahlreichen Busse und sind in knapp 20 Minuten am Ziel.

Auf dem Gelände des ehemaligen koreanischen Armeehauptquartiers befindet sich ein beeindruckend großer Komplex. Teils Gedenkstätte und teils Museum zu verschiedenen Themen, angefangen in der frühen koreanischen Kriegsgeschichte über die Besetzungen der Neuzeit bis hin zum Koreakrieg und Koreas Teilhabe an späteren UN Einsätzen (beispielsweise im Vietnamkrieg).

Die Aussenanlage beherbergt eine große Zahl an Flugzeugen der US Air Force und der ROKA (Republic of Korea Army), sowie Panzern, Haubitzen und Raketen. SB wird beim Betrachten der Flugzeuge unvermittelt von einem älteren Koreaner angesprochen „Thank you for your service Ma‘am“ und bedankt sich für die Unterstützung. Er hält SB wohl in der Chinohose für eine US Bürgerin. Das Ganze ist irgendwie beklemmend.

Im Hauptgebäude finden sich auf drei Etagen sehr ausführlich und chronologisch kriegs- und armeegeschichtliche Informationen. Inklusive einer ganzen Ausstellung zu Ländern die im Rahmen der UN Intervention im Koreakrieg Hilfe geleistet haben. Deutschland war damals 1951 noch nicht Mitglied der UN. Konrad Adenauer wollte dennoch Hilfe anbieten und so wurde mit deutschen Mitteln ein Krankenhaus errichtet, das nicht nur zu Versorgung Verwundeter diente sondern auch zur Ausbildung koreanischer Ärzte.

Das Leid und Elend dieses Krieges geht fast nahtlos in die Darstellung koreanischer Unterstützung während des Vietnamkriegs direkt nach dem Koreakrieg über. Müssig zu erwähnen, dass die USA den Krieg erst vorangetrieben und sich dann zurückgezogen haben und Südvietnam seinem Schicksal überliessen.

Das Museum ist gut gefüllt. Auffallend sind die vielen Kinder, die in kleinen Gruppen anscheinend mit einer Lehrkraft hier die Geschichte näher gebracht bekommen und äußerst aufmerksam zuhören und kleine Aufgaben erledigen.

Wir haben mehrere Stunden dort verbracht und da es mittlerweile früher Abend ist, meldet sich der Magen. Wir nehmen eine U-Bahn nach Myeongdong.

Das Viertel ist bekannt für seine Shoppingmeilen – ober- und unterirdisch – und für Streetfood und Restaurants. Wir haben in den letzten Tagen erfreulich wenig touristische Orte außer den Palästen besucht und sind fast überrascht von der Touristendichte und generell der Menschenanzahl an einem Sonntagabend. K-Pop Läden, quietschbunte verpackte Süßigkeiten, K-Beauty Läden, Neonreklame, Musik und dazwischen immer wieder kleine Restaurants.

Im Trubel entdeckt SL einen Laden in dem man sich zeichnen lassen kann. Und keine 15 Minuten später ist sie verewigt.

Wir kehren in einem „Klassiker“ ein: Myeongdong Kyoja. Das Restaurant gibt es seit Jahrzehnten. Zur Auswahl stehen genau vier Gerichte. Mandu (gedämpfte Teigtaschen mit Schweinhack und Kräutern), Chopped Noodles (Kräftige Suppe mit Nudeln, Teigtaschen, Schweinehack und Zwiebeln), Spicy Chopped Noodles (kalte Nudeln mit scharfer Chilisauce) und Soybean Soup mit… chopped Noodles.

Alles muss schnell gehen anscheinend. Am Eingang bestellt und bezahlt man und bekommt einen Tisch zugewiesen. Wasser und Kimchi stehen auf dem Tisch, Besteck wie oft üblich in einer Schublade direkt unter dem Tisch. Keine 5 Minuten später fährt ein Service-Roboter mit der Bestellung heran. Das Essen ist wirklich lecker. Der Laden ist sehr gut besucht und organisatorisch sind die Angestellten auf zack.

Wieder zurück auf der Straße kaufen wir in einem der zahlreichen Beauty Shops „bestellte“ Mitbringsel. Eine der Angestellten fragt, ob wir aus Frankreich kommen. Erinnerungen werden wach, da wir in Spanien oft nach Frankreich verortet wurden. SB erwähnt das und die Angestellte kichert und meint, wir Europäer sehen halt für Asiaten alle gleich aus 😁. Generell machen wir übrigens die Erfahrung, dass die Koreanerinnen zugänglicher und freundlicher sind als die mittelalten Koreaner. Die Letzteren quetschen sich kein Lächeln heraus (gesellschaftlich und kulturell bedingt?).

Dann werden wir direkt eingesaugt in den beginnenden Nightmarket. Schön anzuschauen, aber der Gwangjang Market hat einfach einen anderen Maßstab gesetzt. Die Streetfood Läden hier in der Myeongdong Street sind organisiert und wiederholen sich (baugleich, gleiches Angebot). Zielgruppe sind eindeutig die Touristen. Interessant und sehenswert ist es aber alle Mal! SB muss nun endlich Bungeoppang (붕어빵) probieren. Fische aus knusprigem Waffelteig mit einer Füllung aus roter Bohnenpaste.

Langsam treten wir den Rückweg an und wählen einen Abstecher durch das Underground Shopping Centre am Lotte Department Store.

Das letzte Highlight das Tages ist die Outdoor Library auf dem Seoul Plaza. Der Platz ist voll mit gemütlichen Sitzgelegenheiten und Büchern zum Ausleihen.