#07 Zum Chateau Le Quesnoy

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Heute fahren wir nicht der Strecke wegen, sondern um Meter zu machen. Wir haben also keine Erwartungen an schöne Kurven oder tolle Landschaften. Unser Ziel ist ein Bed&Breakfast in einem ehemaligen Schloss mitten im Nirgendwo – Chateau Le Quesnoy.

Die Nationalstraßen meiden wir dennoch und suchen uns kleine Landstraßen für die Tour aus. Über Huppy und Pisemont führen uns gerade Straßen im flachen Ackerland. Ab Senarpont wird es etwas hügeliger und bewaldet. Die alten Häuser in den kleinen Dörfern haben das für die Gegend typische Fachwerk mit schmalen hohen Fächern (westeuropäisches Fachwerk). Im Frankenland beispielsweise findet man eher breite Fächer im Vergleich dazu (mittleuropäisches Fachwerk).

In Abancourt suchen wir eine Gelegenheit für eine Pause und werden von einer entzückenden Dame an die Sports Bar verwiesen. Tatsächlich, der Espresso ist super, die Toiletten top und das Flair ist authentisch. Wir sitzen bei der ehemaligen Tankstelle etwas in der Sonne und ziehen dann weiter unserer Wege.

Auf Ministraßen, teilweise heckengesäumt, geht es weiter Richtung Südosten. Gerberoy soll ein schönes Dörfchen sein… eines der drölftausend der „schönsten Dörfer Frankreichs“. Dieses intransparente Prädikat kennen wir ja bereits von unserem Aufenthalt 2022. Lassen wir uns einfach überraschen… und was soll man sagen? Ein Traum aus Fachwerk und Rosen in allen möglichen Farben. 82 Einwohner zählt der Ort noch. Es gibt weitaus mehr Häuser, die wohl auch leer stehen, aber für das touristische Auge macht das keinen Unterschied. Es ist traumhaft.

Wir setzen nach einem kleinen Snack (SBs Seitenkoffer mutieren immer mehr zur Imbisstation) unsere Reise fort. Wieder auf kleinen Sträßchen südlich vorbei an Beauvais und durch Mouy. Dann verirren wir uns in Montataire ins Stadtgewusel, in stockenden Verkehr und schließlich versehentlich für einige Kilometer auf eine Route National. Die verlassen wir so bald wie möglich wieder und cruisen die restlichen Kilometer wieder in unserem Landstraßen Trott bis zum Ziel.

Das Chateau bietet 10ha Park, resp. Wald zur Entspannung. Für SB allerdings wesentlich wichtiger: es gibt ein hausgemachtes Abendessen! Eine super Lasagne und eine Flasche Sauvignon-Blanc, nicht zu vergessen der hausgemachte Schokoladenkuchen helfen zusätzlich zur schon vorhandenen Bettschwere für eine entspannte Nachtruhe… im etwas schwülstigen „Blumenzimmer“.

Saint Valery-sur-Somme – Chateau Le Quesnoy