#5 Le Tréport: Endlich am Atlantik

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Ein kurzer Blick in Wikipedia zu Noyons Sehenswürdigkeiten veranlasst uns zu einer Kurzbesichtigung der kleinen Stadt. Die gothische Kathedrale Notre-Dame ist unsere erste Anlaufstelle. Um diesen beeindruckenden Sakralbau befinden sich noch die Kanonikerhäuser in voller Pracht. Wenige Fußminuten davon entfernt liegt das Rathaus – mehrfach zerstört und wieder neu aufgebaut. Am Platz vor dem Rathaus ist eine Konditorei, die mit hausgemachter Schokolade und Leckereien lockt. Wir ziehen aber weiter, denn die Motorradklamotten sitzen jetzt schon eng.

Die geplante Route Richtung Le Tréport am Atlantik beginnt handzahm – durch Felder und kleine Orte. Während die kleinen Dörfer auf der Fahrt nach Noyon mehrheitlich in beigem Naturstein daher kommen, sieht man nun immer mehr Bauten aus rotem Backstein. Der Blauregen blüht vielfach an den Häuserwänden, Flieder und Kastanien blühen ebenfalls.

Auch heute sind wir relativ alleine auf den kleinen Straßen unterwegs und auch heute ist wieder nix mit “savoir vivre“ in einem Café am Wegesrand. Wir rasten also in einem Dorf ohne Namen (weil nicht aufs Ortsschild geschaut) bei Keksen und Saft. Die Motorräder werden von einem kleinen Jungen bewundert, der sich aber trotz Ermunterung nicht ganz herantraut – wir sehen wohl zu martialisch aus.

Weiter geht es im gleichen Trott bis nach Le Tréport ins Golf Hotel. Der Name ist weder Programm noch sonst was. Es ist ein stadtnaher Campingplatz mit einem Gebäude mit Zimmern in Stephen King Atmosphäre. Die Infrastruktur ist nicht oh làlà, sondern eher soso lala, aber was soll‘s. Wir laden ab und machen uns zu Fuß auf den Weg Richtung Meer. In Le Tréport beginnt die normannische Alabasterküste – berühmt für die eindrücklichen Kreidefelsen und leider für den 2. Weltkrieg. Überall entlang der Küste sind Bunker und Mahnmale zu finden.

Ein Teil der Stadt ist oberhalb der Klippen gelegen. Mit der Furniculaire (einer Standseilbahn) gelangt man kostenfrei in das Viertel am Strand.

Wir spazieren die Promenade entlang, nebenbei bestaunen wir kopfschüttelnd die Hässlichkeit der Bausünden vergangener Jahrzehnte (entlang der kompletten Promenade wurde eine durchgehende Häuserzeile gebaut) und auf dem Rückweg kehren wir in einem netten Strandbistro (bei Yunus) auf einen Sundowner ein. Traumhaft ist die Aussicht auf die Kreidefelsen mit den pastellfarbenen Strandhäusern im Vordergrund. Da Ebbe ist, ist der extreme Tidenhub hier gerade deutlich sichtbar.

Dann geht es zum eigentlichen Sonnenuntergang bei klarem Wetter wieder hinauf auf die Felsen. An der Bergstation der Bahn ist auch ein grandioser Aussichtspunkt und ein Weg entlang der Klippen. Die höchste Klippe ist übrigens ca. 110m hoch. Wir flanieren entlang eines Wanderwegs Richtung Sonnenuntergang. Kaum ist die Sonne weg, wird es sehr frostig… also zurück in die Unterkunft.

Wildlife heute: FASANENKÜKEN… ich (SB) sag es ja… Totemtier.

Routendetails

Ein Kommentar zu „#5 Le Tréport: Endlich am Atlantik“

  1. Avatar von FG
    FG

    Meer 😍