Bei knapp 10 Wochen Reisen kann nicht jeder Tag ein Highlight sein, zumal SL immer noch mit den Erkältungssymptomen gebeutelt ist und SB eine Verspannung oder ähnliches im Rücken hat und das Bein kaum auf’s Mopped schwingen kann. Wir planen heute in Richtung Vogesen zu galoppieren. Kilometer fressen ist angesagt auf unserem Weg durch das Jura-Gebiet nach Norden. Das Frühstück verdient mal wieder den Namen nicht und wir satteln routiniert, aber mit gedämpfter Stimmung unser Gepäck. Die D46 trägt uns über die Hochebene hinter Bellefontaine. Nadelwald und saftiges Grün begleiten uns, sowie immer wieder kleine Kuhherden (eingezäunt). Die Schweizer Grenze ist nicht weit entfernt. Bei den Häusern ist gestern schon aufgefallen, dass sie teilweise mit Blech verkleidet und gedeckt sind. Was das für einen Sinn hat, erschließt sich uns nicht, zumal das Stahlblech ziemlich unschön rostet.
Immer noch auf der D46 fahrend passieren wir den Lac-de-Saint-Point, der von dem kleinen Fluß Doubs gespeist wird. Wir halten für einen kurzen Fotostopp.



Kurze Zeit später, werden wir durch eine gesperrte Straße in Oye-et-Pallet ohne Umleitung gezwungen, eine neue Route zu suchen. Wir finden eine kleine Straße, die eine tolle Fahrt durch einen Wald bietet. Leider bringt sie auch das Weghupen dreier Autos mit sich, die direkt hintereinander entgegenkommend unsere Rechtskurve schneiden und erschrocken wieder auf ihre Seite steuern. In La Cluse-et-Mijoux thront das dortige Schloss auf einem Felsen über der Stadt.
Nach Pontarlier nehmen wir die D437 nach Montbenoit. Es geht wieder schlängelnd durch kleine schöne Schluchten den Fluß Doubs entlang und wir finden endlich mal eine Stelle zum Anhalten und Fotografieren, auch wenn die schönste Strecke hinter uns liegt.


Unsere Streckenführung ist wieder so einsam, dass keine Tankstelle oder ein Bistro für eine Pause auf dem Weg liegt. Da schreit die Blase von SL “hurra“, als wir beim Durchfahren des Örtchens Le Russey einen Super U Supermarkt sehen. Hier wird eine Pause eingelegt und alles erledigt: tanken, einkaufen, auf Toilette gehen, und direkt etwas essen bei den Motorrädern.

Etwas kurvig rollen wir weiter nach Maîche kurz vor Saint-Hippolyte. Langweilig geht es dahin… immerhin sorgen die Ortsnamen Bart und Dung für ein Schmunzeln. Die Tour führt durch zahlreiche kleinere Ortschaften und landwirtschaftliche Nutzungsfläche bis nach Danjoutin (kurz vor Belfort) wo wir in einem normalen Ibis einchecken. Wir hatten heute keine Lust abzusteigen und zu knipsen. In Belfort fällt SL direkt ins Bett… am hellen Nachmittag.


