#15 Vier Grenzübertritte und Stop-and-Go am Bodensee

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Wir haben auf 2309m Höhe gut geruht. Nach einem einfachen Frühstück mit Blick auf die schneebedeckten „Piz“ rund um den Berninapass starten wir talwärts. 16 Grad zeigt das Thermometer, es ist sonnig und richtig angenehm.

Noch ist nicht viel los, nur wenige Auto- und Motorradfahrer sind unterwegs. Lediglich ein Postbus (Linienbus) hat es bergauf eilig und versucht einen Ausflugsbus aus dem Weg zu hupen.

Wir rollen bergab und die Aussicht ist herrlich.

Ab Samaden geht es auf der 27 den Inn entlang bis Susch. Dort biegen wir Richtung Flüelapass ab (#upsi Kurven wollten wir ja heute eigentlich nicht). Die 28 hinauf auf den Pass ist an sich gut ausgebaut, es gibt aber zahlreiche ampelgesteuerte Baustellen. Noch dazu quält sich ein Kieslaster mit 20 km/h vor uns in der Kolonne nach oben. Den hängen wir an der nächsten Baustelle ab und dann sind wir schon fast auf dem bei Motorradfahrern wohl sehr beliebten Flüelapass auf 2383m Höhe. SB weicht auf den nicht so stark Testosteron geschwängerten Nebenparkplatz aus: auf dem Hauptparkplatz stehen in Reihe und Glied die schweren Moppeds und dort zu Parken ist reines Schaulaufen.

Wir kehren im Pass Hotel-Restaurant ein. Die Preise sind genauso atemberaubend wie die Aussicht, aber es lohnt sich! Super netter Service und hausgemachte Speisen (eine tolle Champignoncrèmesuppe und ein Hammer Apfelstrudel vom Feinsten). Dazu noch Sonne satt.

Dann rollen wir hinunter…

… nach Davos und durch Klosters und Küblis – reizende (touristische) Schweizer Bilderbuch-Bergdörfer.

Erst in Landquart verlassen wir die 28 für die Weiterfahrt auf Nebenstraßen. Kurz nach der Kaserne Sankt Luzisteig sind wir im Fürstentum Lichtenstein (der erste Grenzübertritt heute). Erkennbar ist die Grenze nur anhand eines unscheinbaren Schildes am Wegesrand. Im FL spricht man offiziell deutsch (neben den alemannischen Mundarten) und bezahlt wird in CHF. SB ist etwas verwirrt betreffs der Sprachsituation und spricht dann halt Englisch. So wie schon in der Schweiz empfinden wir hier alles saftig grün, gepflegt und irgendwie lebendiger als beim südlichen Nachbarn.

Hinter Ruggell überqueren wir nach Westen den Rhein wieder in die Schweiz und folgen dem Lauf des Rheins auf Nebenstraßen. Jede Menge Milane und Störche sind hier direkt neben der Straße oder in der Luft zu sehen. Auf einem Feld stehen mindestens zwei Dutzend Störche. SB würde die gerne knippsen, aber SL hat einen Flow und Tunnelblick und so düsen wir geradewegs durch bis nach Au. Hier erfolgt der dritte Grenzübertritt: Schweiz-Österreich. Und hier beginnt auch das ca. 20km lange Stop-and-go Elend bis hinter Bregenz, genauer gesagt bis auf die deutsche Seite (vierter Grenzübertritt). Bei ca. 30 Grad ist das kein Fahrspaß. Aber die letzten Kilometer bis Sigmarszell sind nochmal entspannt. Im Ortsteil Schlachters haben wir unser heutiges Domizil im Landhotel Adler. Super nett und alles tipp-topp! Wir zischen noch ein Bier auf dem Balkon und dann wird geschlafen.

Passo Bernina – Sigmarszell