#05 Die Atlantikküste entlang bis ans Delta der Somme

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Wir frühstücken im Zimmer mit Blick auf den Atlantik. Das Wetter wird immer freundlicher – sonnige 18 Grad und etwas Wind. Einladend für einen kleinen Spaziergang auf der Promenade von Wimereux vor der Abfahrt. Der Tidenhub ist hier nicht so markant, wie beispielsweise in der Bretagne, aber doch sehr deutlich sichtbar. Die schon gestern bewunderten Strandhäuschen sind geschlossen, es herrscht noch keine Saison.

Heute ist der Plan der Küste weiter Richtung Süd-Westen zu folgen. Zahlreiche Badeorte sind als Zwischenstopps anvisiert. Aber der erste Halt bietet sich in Boulogne-sur-mer an. Die Altstadt und das Chateau sind einen kurzen Aufenthalt wert. Ebenso die kleine Bäckerei am Altstadteingang – ein leichtes Hüngerchen verleitet uns zu einem leckeren Sandwich und Pâtisserie. Und dann noch ein Pain d‘epice – eine Art Lebkuchenbrot – für unterwegs. Lecker! Nach einer Runde auf der Stadtmauer sitzen wir wieder auf.

Étaples, Merlimont, Berck, … um nur einige der durchfahrenen Orte zu nennen, haben jeweils vorgelagerte Strandorte, die sich jedoch eher funktional, als mondän oder hübsch geben. In Conchil-le-Temple ist in einem Betonwerk ein riesiger haushoher Berg Jakobsmuschelschalen zu sehen. Eine kurze Recherche ergibt: in der Nähe wurde vor wenigen Jahren ein Fahrradweg aus Jakobsmuschelschalen angelegt. Generell erscheint uns Frankreich hier sehr fahrradfreundlich. Es gibt eine gute Infrastruktur und schöne Radwege.

Die Strandbäder sind allesamt noch verödet. Nur hier und da tummeln sich mal ein paar Touristen und hartgesottene Wassersportler an den endlosen Sandstränden. Wir fahren unspektakulär entlang von Feldern und Weiden und durch kleine Ortschaften. Ab und an ist auch mal eine kleine mit Nadelwäldchen durchsetzte Düne dabei.

In Valery-sur-Somme finden wir zwar die Ferienwohnung – unser Domizil für zwei Nächte – recht schnell. Aber die Anlage gleicht einer „gated community“ und alle Zugangsinfos kommen per Telefon. Irgendwie schafft es SL dann doch und wir nehmen die schöne Wohnung mit Blick ins Grüne in Beschlag.

Zum Beinevertreten drehen wir spät abends noch eine Runde durch den alten Ort, der viel reizvoller ist, als wir erwartet hatten.

Fazit:
Die Opalküste ist kürzer und hat nicht so viele Hingucker zu bieten, wie die Alabasterküste in der Normandie.

Wimereux – Saint Valery-sur-Somme