Nach unserem Morgen-Müsli peilen wir den Abflug nach Norden an. Das Thermometer zeigt bereits 27 Grad an und Sonne satt. Die nicht sehr hübsche Durchfahrt durch Jesenice meiden wir und fahren statt dessen noch ein Stück durch den Triglav Nationalpark, der auch das Soča-Tal und den Bohinj See (gestrige Tour) umfasst. Der Nationalpark ist einer der ältesten Parks Europas und Sloweniens einziger Nationalpark.
Über Krnica führt uns die 907 lauschig auf schmaler Straße durch den Wald. Viele Radler und Wanderer sind ebenfalls unterwegs. Bei Mojstrana geht es dann auf die 201, die Hauptverbindungsstraße Richtung Italien. In Podkoren biegen wir Richtung Karawanken ab. Über den Wurzenpass solle es gehen. Der Wurzenpass hat nicht viele Kehren und Kurven, dafür ein paar heftige steile Passagen bis 18 Prozent Steigung. Bis zur Eröffnung des Karawankentunnel 1991 war er ein wichtiger Grenzübergang zwischen Östereich und Slowenien (resp. damals Jugoslawien). Die Grenze verläuft fast genau auf dem Sattel. Früher herrschte dort reger Betrieb mit zahlreichen Gasthäusern. Seit dem Schengenabkommen und den offenen Grenzen ist die Grenze verödet. Erst in jüngster Zeit finden wieder vermehrt Kontrollen statt. Auch SL wird rausgewunken… wir erfahren, dass man keinerlei Aufnahmen von der Grenze machen darf. Die Kamera am Helm war zwar aus, aber gut, dass wir das nun wissen.




Ein unvermutetes Highlight erwartet uns auf der österreichischen Seite nach ein paar hundert Metern. Das Bunkermuseum auf dem Gelände der ehemals geheimen Bunkeranlage aus dem kalten Krieg. Ca. 500m geht es durch den Wald zu Fuß nach oben zum Eingang. Der letzte Kommandant der Sperrkompanie WURZEN/73 hat die ehemalige Verteidigungsanlage zum Museum ausgebaut. Die im Originalzustand befindlichen alten Bunker stehen unter Denkmalschutz, mittlerweile ist die Ausstellung um viele Exponate erweitert worden. Was uns beeindruckt: der ehemalige Kommandant ist bei unserem Besuch selbst vor Ort und erzählt fesselnd die Geschichte der Anlage und der damaligen geheimen Verteidigungsstrategien. Ganz nüchtern stellt er auch die Überlebenschance in diesen Bunkern dar… zero… da ging es nur darum, den anderen Truppenteilen ausreichen Zeit zu verschaffen, um die neuralgischen Punkte unpassierbar zu machen. Ganze Bergteile sollten im Fall der Fälle weggesprengt werden oder Landschaften geflutet. Der sehr sympathische Oberst stellt auch klar, dass die mögliche Panzermitfahrt keine Spaßveranstaltung ist, sondern zur Bewußtseinsbildung beitragen soll, wie heftig ein Ernstfall sein würde. Die Anlage wird – wohl auch aufgrund jüngster Ereignisse – wieder für Truppenübungen genutzt. Nach einem veganen Chili aus der Gulaschkanone (Feldküche) schauen wir uns in der Anlage um – interessant und beklemmend zugleich ist es hier oben. Wir waren in den Bunkern und können sagen, selbst im Friedensfall da zu nächtigen ist wenig verlockend. Noch dazu, wo es dort keine natürliche Wasserquelle gibt, dafür schier unendliche viele Stechmücken.










Dann geht die Reise weiter hinab ins Tal und durch Villach hindurch. Wir sind in Kärnten.
Über Afritz am See fahren wir an den Millstätter See.

In Seeboden schlagen wir einen Haken auf eine schmale Nebenstraße, die uns erst durch Felder und dann Wald führt. Die Trefflinger Landstraße leitet uns durch das Dorf Perau und bis nach Gmünd in Kärnten mit seiner imposanten Festung.






Hinter Gmünd beginnt das Maltatal. Die Maltatal Landstraße endet am sehenswerten Wasserfall „Fallbachfall“. Kurz danach treffen wir an der Mautstation ein, wo die Malta Hochalmstraße beginnt. Rund 14km führt die kostenpflichtige Straße durch das Tal und hinauf zur Kölnbreinsperre. Für uns kostet es heute nichts, denn wir sind Hotelgäste im Berghotel Malta ganz am Ende der Strecke.
Im schönen Nachmittagslicht passieren wir auf der gut ausgebauten Strecke Wasserfälle und Kletterfelsen. Die Passagen, die zu schmal sind für beidseitigen Verkehr sind mittels Ampeln und Einbahnstraßenregelung entschärft. Einige unbeleuchtete Tunnels gibt es auch – inkl. Spitzkehre im Tunnel. Sehr reizvoll ist die kurze Tour! Oben am Hotel checken wir schnell ein, da wir noch Fotos vom Stausee machen wollen. Das runde Hotel stammt aus der Bauzeit der Staumauer gegen Ende der 1970er Jahre und war das ehemalige Bauleitungsgebäude. Es wurde vor kurzem renoviert und wir haben ein Zimmer mit Blick auf den See. Tipp-topp!!! Draußen knippsen wir noch rasch ein paar Bilder und spazieren dann zurück zum Hotel ins dortige Restaurant – wir ergattern einen Tisch mit Ausblick!

















