#59 Nach Chamonix: Zum höchsten Berg Europas

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SL macht sich morgens in Chambéry für die Frühstücksversorgung auf den Weg zur Boulangerie um die Ecke. Die hat aber wegen Renovierung zu. Also geht es ein paar Meter weiter für ein paar süße Zutaten aus dem Carrefour. Der Kaffee wird auf dem Rückweg in einer Spelunke mit top Siebträger-Maschine besorgt.
Inzwischen gilt unser täglicher Blick dem Regen-Radar, mit welchem die Abfahrtszeit und die Routenplanung bestimmt wird. Wir sollten heute nur leicht verregnet nach Chamonix kommen, also auf geht‘s.

Ein kurzer Ritt auf der schnellen N-Straße raus aus Chambéry und schon rollen wir ab Montmélian oberhalb des Tals auf der D201 Richtung Albertville weiter. Eine gute Wahl, denn wir fahren überraschenderweise durch hübsche Savoyen Weindörfer und -felder, die am Hang liegen und weiter oben mit Wald und gelegentlich aufblitzenden Burgen abschließen. Durch kleine Ortschaften mit uralten (Wein?)Bauernhäusern und hier und da alten Waschhäusern an der Dorfstraße.

Bei Albertville werden auf der schnellen D1212 kurz Kilometer geschrubbt, bis wir vor Ugine rechts abbiegen und wieder auf einer kleineren, kurvenreichen Straße landen. Zunächst geht es durch eine Schlucht, dann in die Höhe. Ein kleines Päuschen ist angesagt – mit Blick auf den gestauten Fluß Arly.

Nach einigen Kurven und Durchfahren kleinerer und größerer Ski-Orte wie Flumet, Praz-sur-Arly und Megève, erreichen wir eine Anhöhe mit weitem Blick in die Täler von Sallanches. Die Straße ist niegelnagelneu, eine schöne Abwechslung zu den sonstigen buckligen Flickenteppichen.

Wir meandern von der Anhöhe herunter, landen auf der viel befahrenen N-Straße Richtung Chamonix und können kurz vor dem Ziel kaum die Spur halten, weil uns rechter Hand überwältigende Ansichten auf Berge, Felsen und Gletscher den Atem rauben. Sicher erreichen wir aber unser Hotel (1,5 km von Chamonix) – eine Mountain Lodge mit Bergsteiger-Flair (fest in amerikanischer und niederländischer Hand). Unser Zimmer ist schon fertig und wir können uns direkt ausruhen. Vom Hotel blickt man bereits auf den Bossons Gletscher.

Am Nachmittag geht es 15 Minuten zu Fuß in den Ort und wir lassen uns durch die Gassen treiben. Chamonix ist unerwartet lebendig, gemütlich und unprätentiös mit vielen Sportgeschäften und abwechslungsreicher Gastronomie. Die Leute sind mit verschiedensten Sportgeräten und -bekleidungen unterwegs.

Ein Hüngerchen treibt uns zu einem superleckeren Edel-Imbiss mit Bierchen. Dazu werden wir noch von einem Loopmusikkünstler bestens unterhalten und wir genießen insgesamt die gute Stimmung.
Die gute Stimmung wollen wir im Hotelgarten bei weiteren Bierchen fortsetzen, das Wetter ist allerdings nicht mehr so gut drauf und startet ein kräftiges Gewitter. Der Himmel wird von jetzt auf gleich dunkel und es stürmt. SB beäugt kritisch die neue Lage nun von innen.