Heute geht es von Laroque nach Meyrueis. Aisha versorgt uns in ihrer Küche mit Frühstück und verabschiedet uns mehr als ein Mal herzlich, weil ihr immer wieder etwas einfällt, was sie uns noch sagen oder mitgeben möchte. Der finale Abschied findet dann bei den Motorrädern auf der Straße statt. Dort dreht unsere quirlige Gastgeberin ihre Guten-Morgen-Runde bei den Nachbarn, während wir mit unserem Gepäck hantieren. Jetzt aber: Merci beaucoup et au revoir!
Kaum gestartet, dampft es schon in den Klamotten – das Thermometer zeigt immerhin schon ca. 30 Grad. Der warme Fahrtwind ist da fast angenehm. Mit wenig Verkehr führt uns die D999 am Hérault entlang und schon durch den Anfang des Nationalparks der Cevennen. Bei Pont d’Hérault geht es auf die D986 – in einer sanften Schlucht durch malerische Mini-Dörfer, vorbei an alten Brücken, Seidenspinnereien und Mühlen. Motorradtaugliche Haltemöglichkeiten gibt es wenige (wir wollen keine Fahrbahnbankettabsätze von 15-20 cm in losem Kies überwinden). Die alte Brücke und die ehemalige Seidenspinnerei von Mazel knippsen wir von der Straße aus.


Zehn Minuten später bereits der nächste Halt: Valleraugue am Fuße des Mont Aigoual. Der Himmel zeigt sich zwischenzeitlich bewölkt, die Schwüle bleibt.


Es geht zunehmend in die Höhe zum Mont Aigoual. Auf toller Straße üben wir Haarnadelkurvenfahren bis zum Skiort L‘Esperou. Die engen Kehren klappen mittlerweile ohne anschließenden Unterwäschewechsel 😎.




Durch Wald und Wiese, aber auf schlechter, buckeliger Straße, geht es unaufgeregt bergab. Am frühen Nachmittag erreichen wir unsere Unterkunft (Mitglied des Logis Hotel Verbands, in der Regel sind die Gasthäuser sehr nett familiengeführt, aber … hellhörig). SL hat es für die drei Tage bei der Hitze unter anderem wegen des Schwimmbads und des großen Gartens ausgewählt, aber selbst dafür ist es zu heiß.
Die Hausherrin des Hotels empfängt SL mit strenger Herzlichkeit und Professionalität. Ob SL Hilfe mit dem Gepäck benötige? „Nein, wir sind zu zweit.“ “Ah…. avec le monsieur?“ SL: “Non, avec la madame….“ 😂
Nach ordentlicher Erfrischung folgt die Erkundung von Meyrueis, einem 800-Seelen-Örtchen mit angenehmer touristischer Infrastruktur.




Zurück in der Unterkunft versucht SL ihr Sabbatical zu verlängern, aber irgendwie ist die Leitung tot.

Da SB aufgrund der Hitze nicht mehr in der Lage ist, die 5 cm Stufe zum Badezimmer unfallfrei zu überwinden und bereits links und rechts der jeweils große Zeh blau ist, entschärft SL pragmatisch die Stolperfalle.

À propos hinken… Wir hinken zunehmend mit unserem Reise-Tagebuch hinterher und schreiben ein paar Zeilen im Zimmer, da ist es am “kühlsten“. Gestört werden wir lediglich von etlichen Fliegen …, eine Plage im ganzen Ort. Man schiebt es auf das Klima… könnte aber halt auch einfach an falsch gelagertem Abfall liegen. Nun ja…
Das Restaurant des Hauses hat gute Kritiken und so gönnen wir uns ein in der Tat sehr gutes Abendessen. Der anschließende Abendspaziergang zeigt, dass die Häuser in der zweiten Reihe wohl eher unbewohnt sind. Finden wir schade und malen uns aus, was man aus dem ein oder anderen Haus wohl so machen könnte.





