Wir warten den Nieselregen ab und starten nach einem Espresso und bei Sonnenschein von Larrau in Richtung Lourdes.

Wir müssen noch die gestrigen Kurven und Eindrücke verarbeiten und wollen es heute etwas geradliniger angehen. Lourdes liegt in Okzitanien in den Ausläufern der Pyrenäen und so werden die Kurven wieder weiter und flacher. Die landwirtschaftlichen Nutzungsflächen mit viel Getreideflächen und Weinfeldern werden entlang der Strecke wieder mehr. Montory, Arette, Issor durchfahren wir auf der D918. Dann geht es ein Stück auf der Route National bis Escot und von dort auf der D924 zum Col de Marie Blanque, der schon einige Male Teil der Pyrenäenetappen der Tour de France war. Den Col du Porteigt, eine schöne Hochebene mit Pferden, nehmen wir einfach so mit… liegt auf der Stecke.




Die Abfahrt unterbrechen wir für einen Snackstopp mit toller Aussicht und um uns nochmal über die Fahrer der Wohnmobile aufzuregen. Sie meinen sie müssten die schmalsten Straßen fahren und bedenken nicht, dass ihre Außenspiegel sehr gut geeignet sind, um entgegenkommende Motorradfahrer in den Abgrund oder die nächste Hecke zu schicken.


Von Bielle aus schieben wir uns unspektakulär die letzten ca. 45 km auf der D934, D35 und schließlich der D937 zur Pilgerstadt Lourdes.
Ein schöner Fotostop auf der Strecke kurz vor dem Ziel ist die Kapelle von Lestelle-Bétharram.


Wir erreichen früh die Stadt Lourdes und checken im zentral gelegenen Ibis ein. Wir wären sogar 15 Minuten eher da, wenn SB sich nicht im letzten Kreisel durch ein “Route Barrée“ hätte wieder irritieren lassen und sich aufgrund der Umleitungsschilder “Deviation“ verfahren hätte. SL steht schon längst beim Hotel und sorgt sich, dass SB irgendwo ihr Motorrad aufheben muss. Aber nein, da kommt sie endlich um die Kreiselkurve 😉.
Nach einer kurzen Pause wollen wir zum Wallfahrtsort und sind bei dem Gang durch den Ort überrascht, dass viele Gebäude leer stehen und verfallen sind. Der morbide Eindruck wird durch den lebhafteren Teil der Straße zum Wallfahrtsort mit den furchtbaren „billigen“ Souvenirs ergänzt. Neben Kanistern und Flaschen in allen Größen für das angeblich heilende Wasser bekommt man alles was das Pilgerherz anscheinend begehrt. Die Souvenirläden tragen Namen wie „Palais du Rosaire“ – wir haben keine weiteren Fragen. Vollends überrascht sind wir vom Platz vor und am Wallfahrtsort: auf uns wirkt alles wie ein religiöser Freizeitpark ohne Flair und Ambiente. Die Grotte selber befindet sich mit der Quelle außen, unterhalb der Kirche.








SLs Blick oben sagt eigentlich schon alles…
Da tröstet auf dem Rückweg nur eine süße Chocolaterie und später das tibetanische Abendessen. Wenn man kein Fleisch essen möchte und nicht in der total gehobenen Küche landen will, muss man nach anderen Länderküchen Ausschau halten. Generell unverständlich: die meisten Fleischgerichte sind billiger als vegetarische oder vegane Gerichte. Passt aber irgendwie zur verbreiteten Unsitte, speziell bei Diesel betriebenen Autos stur den Motor laufen zu lassen während man telefoniert oder auf jemanden wartet. Das und die gefährlichen Überholaktionen sind die drei wenigen Dinge, die wir hier in Frankreich einfach nicht verstehen.
Wir schauen uns später im Hotel für die weitere Fahrt durch die Pyrenäen die Pässe (Cols) genauer an und versuchen die Mischung aus “ein paar Spitzkehren“ und “viel Landschaft“ zu finden.


