#37 Kurz mal nach Spanien

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Nach der schönen Zeit in Moliets-et-Maâ zieht es uns nun die Küste entlang Richtung Süden und dann etwas ins Landesinnere, um die Stadt Bayonne für einen Fotostop anzusteuern. Insgesamt nehmen sowohl Besiedlung als auch Verkehr zu. Unser ausgewähler Parkplatz aus Google Maps liegt wie immer zentral und diesmal finden wir auch den Motorrad-Parkplatz.

In Bayonne fließen die Flüsse Adour und Nive zusammen – auf geht‘s zur fotogenen Altstadt mit ihren zahlreichen Restaurants und Cafés in den bunten und traditionellen Häusern entlang der Nive.

Das Flair der Altstadt ist ansprechend, aber unser Plan ist die Weiterfahrt zu einem Motorradhändler, wo SB den noch fehlenden Rückenprotektor für die neue Sommerjacke findet.

Von Bayonne geht es Richtung Küste nach Biarritz – zu unserer Überraschung nahtlos von Stadt zu Stadt. Wir sind etwas genervt von dem durchgehenden Verkehr und der durchgehenden Bebauung, die leichte Hitze tut ihr Übriges. In dieser Stimmung schlängeln wir uns mehrfach durch das enge Einbahnstraßen-System beim Alten Hafen, um dann schlussendlich etwas weiter oberhalb zu parken. Wir stellen fest: die Stadt ist rappelvoll und gestern war ein Triathlon, was für eine verbleibende wirre Verkehrsführung sorgt. Die Laune von SL könnte besser sein, aber es war ihre Idee Biarritz anzufahren, also darf nicht gemeckert werden.

Es geht die Promenade runter, mit Blick auf die Küstenlinie und den leicht verhangenen Golf von Biskaya. Der Atlantik ruht wieder still wie ein See, was einigen Surfnovizen anscheinend nichts ausmacht.

Das Wahrzeichen von Biarritz „Rocher de la Vierge“ ist ein Felsenriff mit der darauf stehenden Statue der Jungfrau Maria. Sie soll an die sichere Rückkehr lokaler Walfänger nach einem Sturm erinnern. Das Riff ist über eine Fußgängerbrücke zu erreichen, die von Gustave Eiffel 1887 geplant wurde. Ein paar Halbwüchsige klettern auf der Felsenbrücke vor der Statue herum und springen von dort ins Wasser.

Eigentlich wäre jetzt Zeit für einen Kaffee… aber liegt es an unserer Stimmung? Wir finden weder die Küstenlinie noch den Ort ansprechend und trinken keinen Kaffee, laufen auch die Bucht nicht weiter bis zum kleinen alten Hafen und dem Strand mit dem bekannten Casino. Zurück geht es durch die Gassen wieder hoch zu unseren Moppeds. In voller Montur wollen wir das Bein über unsere Räder schwingen als eine ältere Französin SB auf ihre BMW und die grelle Airbag-Weste anspricht und uns gefühlt eine Ewigkeit bei der Hitze in ein Gespräch verwickelt. Perfektes Timing 😉.

Endlich wieder frischen Fahrtwind im Gesicht und unter den Achseln geht es weiter die Küstenstraße entlang mit nur gelegentlichem Blick aufs Wasser. In Ermangelung eines schattigen Plätzchens auf einer Bank am Wegesrand “picknicken“ wir letztendlich auf einem Steinblock am Parkplatz in Saint-Jean-de-Luz.

Auf jeden Fall ist die Laune bei vollem Magen besser und wir fahren die
D 912 mit schönem Küstenblick entlang bis nach Hendaye. Nach Hendaye halten wir allerdings nur für einem Fotostop von oben.

Bis hierhin haben wir fast einen “Städte-Koller“ und sind froh, dass SB eine kurvenreiche Strecke entlang der Hügel vor der spanischen Küste bis zu unserem Ziel San Sebastián in Spanien ausgemacht hat. Die GL 3340 ist eine Wonne an Streckenführung, Ausblick und Abendstimmung! Spektakulär sind die Ausblicke aus dieser Höhe auf das Meer und die davorliegende steile Küste. Halten kann man leider mal wieder nicht.

In San Sebastián gönnen wir uns ein Hotel-Upgrade, welches wir in vollen Zügen genießen.

Von dort laufen wir 2 km in Richtung Sonnenuntergang vorbei am Strand Zurriola in die Altstadt und feiern bei Pintxos und Cerveza, dass wir in Spanien sind.

Alles kommt einem gleich lockerer vor. Das gilt auch für die anderen Motorrad- und Motorrollerfahrer. Nicht nur, dass die Roller auch gerne mal mit einem Akrapovic-Auspuff bestückt werden und dröhnen wie eine Rennsemmel – die Fahrer dieser Gefährte düsen in kurzem Höschen und Flipflops links und rechts an uns vorbei. Man kommt sich in Motorradklamotten bei den Temperaturen schon fast albern vor.