#22 Ein halber Tag im Schloss Chenonceau

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Wir sind etwas im Stress, an diesem sonnigen Morgen in Tours, denn einerseits hat SB ihre Zurrgurte für die Hecktasche verloren, andererseits haben wir einen festen Einlasstermin um 11:30 für die Schloss- und Gartenbesichtigung des Schlosses Chenonceau. Nachdem sich die Zurrgurte doch wieder einfinden (zum Glück hat eine Hotelangestellte sie tags zuvor eingesammelt), starten wir etwas früher als sonst.

Auf dem Weg nach Chenonceaux (der Ort wird anders geschrieben als das Château Chenonceau) kommen wir in Rochecorbon vorbei. Das Dorf ist bekannt für seine Grotten. Der ca. 10 m hohe Turm auf dem Foto ist Teil der ehemaligen Festung und vermutlich eine Totenleuchte.

Wir haben genug Puffer, um auch beim Château Amboise vorbeizufahren. Man soll von der Brücke einen tollen Blick darauf haben. Also nichts wie hin…. den Blick von der Brücke auf das hübsche Schloss hat man tatsächlich – als Fußgänger. Wir bewegen uns aber mit unzähligen anderen Fahrzeugen im Stop-an-go über die Brücke und durch die Stadt. Kein Wunder, denn es ist Wochenende.

Schnell durch die Stadt gekreiselt und weiter geht es auf kleinen Landstraßen zu unserem eigentlichen Ziel: Château Chenonceau mit seinen berühmten Bögen über den Cher, einen Nebenfluß der Loire. Was soll man sagen… es ist einfach ein Traum: das Schloss von außen und innen, die Gärten, die informativen Zusatzausstellungen. Wir verbringen Stunde um Stunde dort und selbst die Menschenmassen verlaufen sich meistens.

Besonders angetan hat es uns die große Küche aus dem 19. Jahrhundert.

Aber auch die noch erhaltenen Vertäfelungen der verschiedenen Schlafgemächer sind beeindruckend.

In einem vorgelagerten Kuppelbau ist eine Mini-Ausstellung zum ehemals sich dort befindlichen Militärlazarett und die wieder öffentlich zugängliche Apotheke der Königin Katharina von Medici. Wie aus einer Filmkulisse wirkt das kleine Gehöft aus dem 16. Jahrhundert auf dem Gelände, in dem sich eine Kutschenausstellung befindet. Außerdem wird dort in einem kleinen Knusperhäuschen der komplette Blumenschmuck des Schlosses gezaubert.

Wir genießen einen leckeren Kaffee und ein hervorragendes Frucht-Sorbet (von einem Eiswagen versteckt im Park hinter dem Kuppelbau) und ruhen uns etwas im Schatten von der Lauferei in der Sonne aus. Zum Abschluss picknicken wir lauschig unter Bäumen direkt am Parkplatz, bevor wir Richtung Château Chambord – auch einem der Platzhirsche unter den Loire-Schlössern – aufbrechen.

Die Fahrt nach Chambord führt uns über kleine Straßen mit relativ wenig Verkehr und nette Dörfer mit Blumenschmuck. Zufällig streifen wir Château de Cheverny, weil SB sich mal wieder den Anweisungen des Navis widersetzt. Wie schon in Villandry versteckt sich das prächtige Herrenhaus leider hinter hohen Hecken. Selbst SLs Paparazzifähigkeiten reichen hier nicht mehr aus für einen Blick oder ein Foto. Für einen Besuch drinnen ist es zu spät, denn wir wollen ja nach Chambord. Wir machen entlang der hübschen Hauptstraße ein paar Fotos und ziehen weiter.

Endlich ist Chambord in Sicht. Genauer gesagt sind die komplett eingerüsteten Türme in Sicht. Mist! Aber das vermiest uns diesen tollen Tag nun auch nicht mehr.

Bei sportlichen 28 Grad setzen wir die Route ohne beeindruckende Fotos des Schlosses Richtung Blois fort. Nach einem großen Kreisel erhebt sich relativ unerwartet über der Loire die Altstadt von Blois und ist im Abendlicht wunderschön anzuschauen. Nach dem Einchecken machen wir einen kurzen Abendspaziergang in der Altstadt und essen in einem winzigen, gerade neu eröffneten japanischen Restaurant ein leckeres Menü.

Ein Kommentar zu „#22 Ein halber Tag im Schloss Chenonceau“

  1. Avatar von Ralf SM
    Ralf SM

    Ich bin ja sowas von begeistert, könnte glatt Frankreich-Fan werden. Wunderschön! Genießt Eure Zeit.