SB kämpft beim Frühstück wieder mal mit der Synchronisierung ihres TomTom Navigeräts und der zugehörigen App. SL reist zufrieden nur mit der Calimoto-App und muss daher dann quasi alleine frühstücken.
Wir starten heute ausnahmsweise mit der Route Nationale (Schnellstraße bis max. 110km/h und null Eindrücken der Umgebung) raus aus Morlaix, um schnell “Strecke zu machen“. Von dieser Trasse biegen wir nach 20km wieder auf Landstraßen ab und lassen uns durch Wälder, Wiesen und Ortschaften treiben. So kommen wir auch durch Sizun. Das Beinhaus und der Triumphbogen wecken beim Durchfahren unser Interesse und wir stoppen spontan. Wird sowieso Zeit für eine Pause. Auf dem kleinen pragmatischen Markt essen wir noch ein Galette. Gott sei Dank, denn dann hat erstmal wieder alles zu – und wir sind auch zu spät für den Supermarkt, um Wasser zu kaufen. Wir haben uns immer noch nicht an die großzügigen Schließzeiten der Geschäfte gewöhnt.


Die Route führt teilweise auf engen Straßen durch den „Parc naturel régional d‘Armorique“. In Le Faou (für uns nicht überraschend hat alles zu, außer einem Café am Platz) wird wieder ein Fotohalt für die netten schiefergetäfelten und -gedeckten Granitsteinhäuser und die kleine Bucht gemacht. Das Dorf zählt zu den schönsten Dörfern Frankreichs.





Dann geht die Fahrt weiter – über die tolle Brücke von Térénez. Verdammt, wir können nicht anhalten, um zu knippsen!
Bei wechselhaften, aber trockenem Wetter erreichen wir unser Tagesziel, das Kap Pen-Hir auf der Halbinsel Crozon. Auch hier deprimieren uns wieder die Erinnerungsstätten aus dem 2. Weltkrieg. Das Kap ist überzogen mit Bunkern und Abwehrstellungen, die zum Teil noch gut erhalten sind. Je nach Wetterlage kann diese Umgebung sehr beklemmend wirken… und wir haben so ein Wetter mit bedrohlichen Wolken.





Der frische Wind, der Blick ins Weite und der tolle Mix aus langen Sandstränden und zerklüfteten Klippen lassen aber wieder gute Laune aufkommen.






Ach ne, doch nicht gute Laune: wir haben immer noch nichts gegessen und unser eigentlich auserkorenes Essensziel am Strand zerschlägt sich. Dafür müssten wir bergab auf einer sandigen Piste fahren – und wieder hoch. Äh, nein 🙄.
Wir fahren bei wechselhaftem Wetter weiter und kommen unter anderem an zahlreichen wunderschönen langen Sandstränden vorbei. Besonders schön ist der endlose „Plage de Pentrez“.



Zufällig streifen wir ein “Touristen-Highlight“: Locronan. Das mittelalterliche Dörfchen mutet etwas wie Disneyland für die ältere Generation an. Bevor wir unseren Rundgang starten, müssen wir uns jetzt endlich mal was einwerfen und schnabulieren unsere Mini-Sandwiches, gemopst vom Frühstücks-Buffet.
Die Anzeige von 800 Parkplätzen in diesem kleinen Ort lässt darauf schließen, dass hier wohl sonst viel los ist. Wir haben am späten Nachmittag Glück, dass nur noch wenige Touristen unterwegs sind.
Der Name Locronan leitet sich vom heiligen Ronan ab – einem aus Irland stammenden Mönch, der in Locronan begraben liegt. „Loc“ ist dabei ein bretonisches Wort für eine Eremitage. Die Beschilderungen im Ort spiegeln auch die keltische Schriftart wieder. Angeblich wurde den Bewohnern von eben jenem Heiligen Ronan das Weben beigebracht, worauf der ursprüngliche Reichtum der Gemeinde basiert.







Die letzten 17km bis zum Ibis Budget Quimper werden durchgefahren. Abgelegen in einem Industriegebiet, lediglich eine Fernfahrerkneipe um’s Eck, lassen wir auch die letzte Mahlzeit des Tages ausfallen.


