Die Klippen von Étretat – schon Monet war fasziniert von den Kreidefelsformationen in Kombination mit dem Sonnenlicht. Wolkenloser Himmel und sonnige 18 Grad laden uns heute ein, uns der Smartphoneknippserei hinzugeben.
Entspannt fahren wir nach amüsanten Gesprächen mit François und gutem Frühstück die 5km nach Étretat. Da wir auf den entsprechenden Wanderwegen die Klippen entlang laufen wollen, kommen auch unsere Sneakers mit – aber dann wohin mit den ganzen Motorradklamotten? SL hat vorab ein Stahlgepäcknetz besorgt (hauptsächlich für die Fixierung von Trekkingrucksäcken gedacht), was wir unter viel Gefummel und Gefluche über den Krempel “werfen“. Für Profis, ambitionierte Amateuere oder auch Kinder ist das Entfernen des Netzes kein Problem, fürchten wir. Beim nächsten Mal wissen wir aber, wie es geht. Wer jetzt denkt aber wieso der Aufwand? Da sind doch riiiesige Koffer an der BMW? Da können wir mittlerweile nur noch milde lächeln, denn diese Koffer haben anscheinend weniger Volumen, als die Softbags von Black Pearl. White Rabbit ist ein Handtaschencarrier (die Koffer könnte man je Seite noch 12cm verbreitern, aber dann ist die Kiste einfach zu dick), das muss SB leider zugeben, nachdem SL nicht nur ihre Klamotten, sondern auch sämtlichen Proviant auf der kleinen Ducati verstauen kann.

Dann geht es durch den touristischen kleinen Badeort Richtung Strandpromenade, dem Ausgangspunkt der Wege auf die Felsen westlich und östlich des Städtchens. Etliche Strandfotos später entscheiden wir uns für die westlichen Klippen – eine gute Wahl, wie sich herausstellen wird, denn für den zweiten Spaziergang haben wir bei den dann 24 Grad in der dicken Motorradjeans keine Lust mehr und die Aussicht von den westlichen Klippen ist traumhaft.




Es sind einige Leute mit uns auf den schmalen Wegen unterwegs, aber es verliert sich dann doch zum Glück. Ein Poser turnt um die Absperrung herum und wir halten den Atem an. Die Klippen sind immerhin über 75m hoch. Abgesehen von dieser fleischgewordenen Unvernunft gibt es herrliche Aussichten, herrliche Luft und herrliches Wetter. Es ist sogar windstill, was wir an der Küste gar nicht erwartet haben! Genuß pur ist angesagt und wir verweilen länger auf unserer “Picknickdecke“ mit Blick auf die berühmte Fels-Pyramide und den Bogen.





Zurück im Ort und auf der Promenade wollen wir eine Kleinigkeit essen. An jedem Restaurant stoppen wir, studieren die Speisekarte und bemühen dann Google für die Bewertungen. Nach 45 Minuten haben wir den Ort durchstreift, immer noch Hunger, aber alles ist sehr meeresfrüchte- und fleischlastig. So landen wir in einem nicht so gut bewerteten Ausflugslokal direkt am östlichen Ende der Promenade. Der Kaffee ist ok, gegessen wird lediglich eine Tarte Tatin (damit kann man ja nichts falsch machen), aber dafür haben wir eine klasse Aussicht.


Wir sind am frühen Nachmittag zurück in der Unterkunft, chillen dort etwas und freuen uns auf François, der uns für den Abend auf ein Bier eingeladen hat. Aus dem Bier werden zwei Bier mit einer kurzen Jam-Session mit Schlagzeug und Gitarre und tollen Gesprächen – was für ein unerwarteter Abend! Es war grandios… und das obwohl nur zwei Bier im Spiel waren!

Wildlife heute: ein Macho-Männchen in der Klippen-Balz


